Verband für ganzheitliche Gesundheitsberatung e.V.



Vitalstoffe

Unsere tägliche Nahrung kann den Bedarf an lebenswichtigen Vitalstoffen häufig nicht decken. Obwohl Lebensmittel im Überfluss vorhanden sind, gibt es viele Menschen, die nicht optimal mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt sind. Die Gründe dafür sind vielschichtig:
• Oftmals stimmt die Auswahl der Lebensmittel nicht, d.h. es werden
  durch einseitige Vorlieben wichtige Nährstoffe vernachlässigt.
• Viele Lebensmittel, die früher verbreitet waren, werden kaum noch
  verzehrt; z.B. saure Apfelsorten mit viel Vitamin C.
• Die Lebensmittel selbst haben sich durch die Intensivbewirtschaftung
  der Böden qualitativ verschlechtert.
• Die Aufnahme der Nährstoffe wird durch die Belastungen, denen der
  Körper ausgesetzt ist, erschwert.

Veränderung des Vitalstoffgehalts in den letzten 10 Jahren
Untersuchungen deuten darauf hin, dass in Obst und Gemüse bei weitem nicht mehr soviel Vitalstoffe enthalten sind, wie in den gängigen Lebensmitteltabellen angegeben wird. Ernährungswissenschaftler des Schwarzwald Sanatoriums Obertal haben Lebensmittel aus Gemüsemärkten untersucht und die Nährwerte der Lebensmittelproben mit den wissenschaftlichen Tabellen von Geigy aus dem Jahre 1985 verglichen. Sie stellten fest, dass der Gehalt an Kalzium in Bohnen, Brokkoli oder Kartoffeln um bis zu 70% abgenommen hat. In Äpfeln und Spinat verminderte sich der Gehalt an Vitamin C um bis zu 80%. Auch der Gehalt an allen anderen Vitaminen und Mineralien nahm zwischen
35%- 80% ab.

Brokkoli Kalzium
Folsäure
Magnesium
Karotin
-68%
-52%
-25%
-36%
Kartoffeln Kalzium
Magnesium
Vitamin C
-70%
-33%
+25%
Möhren Kalzium
Magnesium
Karotin
-17%
-57%
-12%
Spinat Kalzium
Vitamin B6
Vitamin C
-68%
-59%
-58%
Äpfel Kalzium
Magnesium
Vitamin C
+12%
+20%
-80%
Bananen Folsäure
Magnesium
Vitamin B6
-84%
-13%
-92%

Der Ernährungswissenschaftler Thomas sieht die Ursachen für den Qualitätsverlust bei Obst und Gemüse in der modernen Landwirtschaft. So würde immer mehr Kunstdünger auf die Felder gebracht, der das Wachstum der Nutzpflanzen fördert. Doch ausreichend Mineralien würden mit dem Dünger nicht geliefert. Der Boden sei in dieser Hinsicht längst ausgelaugt.
Beim Anbau von Gemüse und Obst sind die Bodenbeschaffenheit, der ausgewogene Gehalt an Mineralstoffen, Spurenelementen, Wasser und die Sonnenenergie die entscheidenden Faktoren für eine gute Entwicklung der Pflanzen, ihr Wachstum und ihre Resistenz gegen Krankheitserreger. Fehlt ein einziges Mineral oder Spurenelement, wird ihr gesundes Wachstum gestört. Ein wichtiger Grund für den Vitalstoffverlust ist auch der saure Regen, der verstärkt Magnesium und Kalzium aus dem Boden auswäscht und mit Aluminium und anderen toxischen Metallen, wie Nickel, Blei und Cadmium, ersetzt. Die abnehmende Qualität und das mangelnde Immunsystem der Pflanzen kann auch jeder Hobbygärtner bestätigen, der mit der enormen Zunahme von Schädlingsfraß und Pilzbefall (Krautfäule bei Tomaten und Kartoffeln) in den letzten Jahrzehnten zu kämpfen hat.
Das Zusammenspiel von einseitiger Ernährung und gleichzeitiger Abnahme des Mineral- und Vitamin- gehalts hat enorme Konsequenzen. Die meisten Nahrungsmittel weisen einen stark verminderten Kalziumgehalt auf. Hiermit könnte die Osteoporose auch ernährungsbedingt, nicht nur als Folge von Bewegungsmangel und genetischer Veranlagung erklärt sein.
Bedeutsam ist auch der stark verminderte Magnesiumgehalt; Magnesium wirkt beruhigend, blutdrucksenkend, Herzrhythmus-harmonisierend und krampflösend. Der Magnesiumgehalt ist um -25% in Brokkoli, -68% in Fen-chel, -33% in Kartoffeln und -57% in Möhren reduziert. Lediglich in Äpfeln ist Magnesium +20% und Kalzium +12% enthalten; denn die Wurzeln der Apfelbäume reichen in tiefere Erdschichten. Der saure Regen (CO2, SO2) und cadmiumhaltiger Klärschlamm verdrängen das Magnesium, so dass es weniger von den Pflanzen aufgenommen wird. Magnesiummangel erhöht aber nicht nur die Herzinfarktrate, sie erklärt zum Teil auch die überschießende Reaktion auf Umweltreize, Nervosität, Schlafstörungen, Aggressivität, psychomotorische Unruhe und Gereiztheit.
Die deutliche Abnahme von Folsäure (in Brokkoli -52%, Bananen -84%) und Vitamin B6 (z.B. in Bohnen -61%, Spinat -59% und Bananen -92%) begünstigt den sprunghaften Anstieg von Herzinfarkten bei Frauen in der Postmenopause, da der pathologische Eiweißkörper Homocystein nicht abgebaut werden kann. Dieser soll nach Auffassung von Spezialisten eine noch größere pathogene Wirkung haben, also ein größeres Atheroskleroserisiko bedeuten, als die 3 Risikofaktoren Hochdruck, Nikotin und erhöhtes LDL-Cholesterin.
Der Agrarwissenschafter Prof. Manfred Hofmann hat u.a. auf den Qualitätsverlust bei Pflanzen hingewiesen, in dem diese in Monokultur zu eng gepflanzt werden, mit Pestizid- und Herbizid-Toxinen belastet sind, in einem übersäuerten, mineralstoffarmen Boden wachsen und zu lange gelagert werden. Wie können in einem solchen Terrain gesunde, vitale Pflanzen mit gesundem Immunsystem wachsen?
In seinen wissenschaftlichen Arbeiten fordert er eine kritische, den Vitalstoff- und Vitamingehalt der Pflanzen bewertende Untersuchungsmethode, um die Qualität und nicht die Quantität der Lebensmittel zu erfassen. Durch die elektrochemische Untersuchungsmethode nach Vincent werden der pH-Wert, die Redoxpotentiale, der rH-Wert und der P-Wert (Widerstandsmessung) erfasst: Das Redoxpotential ist umso niedriger, je besser die Qualität des Lebensmittels, bzw. die Gesundheit eines Menschen ist.

Prof. Dr. Heinz Liesen, Sportmediziner und Spezialist für Ernährungsfragen: „Wir müssen davon ausgehen, dass mehr als zwei Drittel aller Deutschen über 50 Jahre zunehmend an subklinischen Mangelzuständen leiden. Diese Menschen sind noch nicht krank, aber das Immunsystem ist geschwächt. Sie werden anfälliger für Krankheiten, auch für Krebs.“
Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Abgespanntheit oder Schlafstörungen sind die ersten Anzeichen eines Mangels. Da ältere Menschen sowieso weniger essen, sind sie besonders gefährdet. Der Nährwertmangel wirkt bei ihnen doppelt, vor allem B-Vitamine, Folsäure, Vitamin A und C fehlen. Dabei brauchen wir wegen der Belastungen durch Stress, Fehlernährung mit Zucker, Kaffee, Genussmitteln wie Alkohol und Nikotin und der Allgegenwart von Schadstoffen viel mehr Vitamine und Mineralien als früher.
Vitamine erhalten die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und stärken die Abwehrkraft. Vitamine sind Substanzen, die unser Körper für sämtliche lebenserhaltenden Vorgänge braucht. Sie sind die unentbehrlichen Helfer zahlreicher lebenswichtiger Stoffwechselvorgänge, z.B. wenn Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß aus der Nahrung in Energie umgewandelt werden. Vitamine wirken mit beim Aufbau wichtiger körpereigener Substanzen, wie Hormone, Enzyme und Blutzellen.
Schuld an der oft mangelhaften Vitamin- und Mineralstoffzufuhr sind auch Großküchenversorgung und der weitverbreitete Hang zum zeitsparenden Schnellimbiss. Aber auch nachlässige Zubereitung und Lagerung der Lebensmittel beeinträchtigen die Vitaminversorgung erheblich. Vitamine sind licht- und wärmeempfindlich. Daher sollten Sie Obst und Gemüse möglichst nur kurze Zeit bei 5 Grad Celsius im Dunkeln lagern. Noch besser ist natürlich der erntefrische Verzehr, z.B. als Rohkost.

So leicht entstehen Vitaminverluste:
Beim Säubern (Waschen bzw. Schälen) Gemüse und Salat, Karotten
21 - 61% Vitaminverlust
Beim Zerkleinern Obst, Gemüse 20 - 30% Vitaminverlust
Beim Kochen Gemüse ca. 10 - 90%
Vitaminverlust
Beim Lagern Salat bis zu 90% Vitamin-verlust nach 3 - 4 Tagen

Ohne es zu wissen, benötigen viele Menschen mehr Vitamine, als sie zu sich nehmen. Infektanfälligkeit, Nachlassen der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, Kopfschmerzen, Probleme mit Haut und Haaren können erste Anzeichen eines unerkannten Vitamindefizits sein. Vor allem in Zeiten erhöhter privater und beruflicher Anspannung leiden viele Menschen an solchen unklaren Beschwerden.
Gute Vitaminversorgung setzt gewisse Mindestmengen und Vielfalt im Ernährungsplan voraus. Bei Reduktionsdiäten mit weniger als 1500 kcal pro Tag oder einseitiger Ernährung ist die Vitaminversorgung in Frage gestellt. Essen Sie täglich 500 g frisches Obst und rohes Gemüse. Ist dies nicht möglich, ist eine sinnvolle Nahrungsergänzung empfehlenswert.
Zusätzliche Vitalstoffe werden nötig:

- in Phasen erhöhter geistiger und körperlicher Anforderungen
- durch Nikotin- und Alkoholgenuss
- während des Wachstums
- in der Schwangerschaft und Stillperiode
- in den Wechseljahren
- im Alter
- bei Krankheit
- Leistungssport

Wie können wir uns helfen?
Bei Stress, Belastungen, Krankheit und ab der Lebensmitte gilt: Nehmen Sie zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel ein, die Vitalstoffe, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente in organischer, bioverfügbarer Form enthalten und frei sind von anorganischen, belastenden Spurenelementen, wie Kupfersulfat, Zinkoxid oder Chromchlorid. Ideal sind Nahrungsergänzungsmittel, wo Vitamine und Spurenelemente mit natürlichen Pflanzenstoffen synergetisch kombiniert sind. So werden auch synthetisch hergestellte naturidentische Vitamine, die häufig der einzige Weg zur Vollversorgung sind, wesentlich besser aufgenommen und verwertet.
Für den Einkauf gilt: Kaufen Sie Obst und Gemüse möglichst nur aus Bio-Anbau. Nehmen Sie nur frische Ware, entsprechend der Jahreszeit und möglichst aus der Region, ohne lange Transportwege. Ist das Kraut noch am Gemüse (Möhren, Kohlrabi, Radieschen), bleiben die Vitamine auch bei der Lagerung länger erhalten.
Für die Küche gilt: Kochen Sie mineralstoff- und vitaminschonend. Dünsten, Dämpfen und die Zubereitung im Römertopf vermeiden Vitalstoffverluste. Garen in kochendem Wasser hingegen wäscht Mineralstoffe aus und vernichtet sie. Gemüse nur kurz und unzerkleinert unter fließendem Wasser reinigen, nur kurze Kochzeiten, das Garwasser, das voller Vitamine und Mineralien ist, für Suppen oder Brühe verwenden. Längeres Lagern oder Warmhalten vermindert den Gehalt. Trinken Sie Frucht- oder Gemüsesäfte, am besten frisch gepresst mit dem Champion- oder Oscar-Entsafter. Beide Geräte garantieren durch ihre besonders schonende Technologie einen optimalen Vitalstoffgehalt. Vermixen Sie Obst oder Gemüse zu sehr schmackhaften Getränken mit einen guten Mixgerät (Personal Blender), um auch die Ballaststoffe zu erhalten.

Die Qualität der Lebensmittel ist häufig schon durch den veränderten Geruch festzustellen. Deshalb sollten Sie beim Einkauf ihre Nase mit entscheiden lassen. Ist ihnen schon einmal aufgefallen, zum Beispiel in Frankreich, dass die Kunden in den Geschäften oder auf dem Markt eine Melone oder ein Stück Käse in die Hand nehmen und daran riechen? Unsere Empfehlung für Sie: Riechen Sie unbedingt daran! Sind die Duftstoffe verflogen oder strömt Ihnen „Chemie“ entgegen, sollten Sie das Lebensmittel nicht kaufen. Der erste Schritt bei der Gesundheitsprophylaxe ist der kritische Einkauf (nicht nur auf Farbe und Form achten), am besten aber ist die Bewirtschaftung des eigenen Bodens. So können Sie sich sicher sein, dass Sie sich tatsächlich mit Lebens-Mitteln ernähren können.
Viele Maßnahmen der modernen Lebensmittelproduktion dienen dazu, eine einwandfreie Optik zu erzielen. Die Menschen wollen keine Äpfel kaufen, die Flecken haben oder die sogar verschrumpelt sind. Die Möhren sollen perfekt gewaschen sein und frisch aussehen. Traditionelle Bauern klagen, dass ihnen die „naturbelassenen“ mit kleinen optischen „Fehlern“ versehenen Produkte nicht mehr abgekauft werden. Die Normgurke darf nicht zu krumm und schief gewachsen sein, sonst fällt sie aus dem Raster.
Viele der angewendeten Methoden zur Verbesserung der Optik wie Einsatz von Spritzmitteln, Wachsen der Schale oder Bestrahlung sind der Qualität abträglich und u.U. sogar gesundheitsschädlich. Nur wenn Sie selbst beim Einkauf beginnen, auf die „inneren Werte“ der Lebensmittel zu schauen, wird die Qualität der Lebensmittel bewahrt werden können.

Fassen wir noch einmal zusammen:
In vielen heutigen Lebensmitteln ist der Gehalt an Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitalstoffen und Vitaminen stark reduziert und der Gehalt an Schadstoffen gestiegen. So wird logischerweise auch das menschliche Abwehrsystem nicht mehr wie früher durch Vitalstoffe gestärkt, sondern durch Schadstoffe zusätzlich geschwächt! Die Folge: Immer mehr chronisch-degenerative, akute und entzündliche Erkrankungen, Allergien. typische Zivilisationskrankheiten (Atherosklerose durch Homocystein, Osteoporose durch Kalziummangel, Hochdruck durch z.B. Magnesiummangel), insbesondere aber immer mehr Krebs und Autoimmunkrankheiten.
Wer sich wirklich vollwertig ernährt, benötigt keine Nahrungsergänzungsmittel. Dies ist aber nach neuesten Untersuchungen eher die Ausnahme als die Regel. Die Forderung nach Substitution des Defizits durch Nahrungsergänzungen mit ausgewählten Spurenelementen und Vitaminen ist damit sicherlich berechtigt.