
Sonnenlicht und Biolicht
Das Sonnenlicht ist die eigentliche Quelle des Lebens auf der Erde. Es ist die Kraft, die das Leben in Gang setzt und die Energiequelle, die es aufrechterhält. Sämtliches Leben auf der Erde beruht auf dem Zusammenspiel von Sonnenlicht und Wasser. Unter Sonneneinstrahlung spalten Pflanzen Wasser in Wasserstoff und den Sauerstoff, den wir zum Leben brauchen, und sie verwandeln die Energie des Sonnenlichts in energiereiche organische Verbindungen, die wir essen und so wiederum indirekt die Sonnenenergie zu uns nehmen. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass wir für unsere geistige und körperliche Gesundheit die Energie des Sonnenlichts in ausreichender Menge auch in direkter Form benötigen. Auch im Zeitalter des Ozonlochs und der schädigenden Sonneneinstrahlung gibt es Möglichkeiten, Körper und Seele mit gesundem Licht zu versorgen.
Schon die alten Chinesen, Inkas, Mayas und Ägypter verehrten die wiederbelebenden Kräfte des natürlichen Sonnenlichtes. Die Griechen und Römer behandelten Krankheiten mit Hilfe der Sonne. Unser heutiges Leben erlaubt es uns nicht mehr, genug von dem lebensnotwendigen natürlichen Tageslicht zu erhalten.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts arbeiteten mehr als 70% aller Europäer im Freien, der moderne Mensch verbringt noch ca. 5% seines Lebens im Freien.
Zur optimalen Erhaltung der Gesundheit müsste der moderne Mensch mindetens zwei Stunden pro Tag natürliches Sonnenlicht aufnehmen.
Sonnenlichtmangel ist somit die Zivilisationskrankheit des späten 20. Jahrhunderts!
Besonders im Herbst und Winter führt der Mangel an Sonnenlicht nicht selten zu Lethargie, depressiv-pessimistischer Grundstimmung, exzessivem Essen, verminderter Immunabwehr, übermäßigem Schlaf, Morgenmüdigkeit und Konzentrationsschwäche. Die sogenannte Winterdepression wird schon seit vielen Jahren erfolgreich mit besonders hellem Licht behandelt.
Das volle Spektrum des Sonnenlichts umfasst alle Farben des Regenbogens. Jede Farbe übt eine spezifische Wirkung auf den Organismus aus. So aktiviert der Rotbereich z. B. intensiv das Herz- und Kreislaufgeschehen, der UV-Bereich das Immunsystem. Herkömmliches Kunstlicht (wie bei normalen Leuchtstoffröhren oder Glühbirnen) weicht in seiner Spektralkurve erheblich vom Farbspektrum des Sonnenlichts ab und wirkt sich daher auf Dauer negativ auf unsere Gesundheit aus.
Natürliches Tageslicht setzt sich aus sichtbaren und unsichtbaren Licht-Spektren zusammen: Ultraviolett B+A, Violett, Blau, Grün, Gelb, Orange, Rot, Infrarot. Das sichtbare Licht birgt also alle Farben und die unsichtbaren Lichtanteile Infrarot und UV in sich. Alle Lichtanteile haben wichtige biologische Auswirkungen. Die Wirkung von Infrarotlicht haben wir ausführlich beschrieben. Wenden wir uns nun dem umstrittenen UV-Anteil des Sonnenlichts zu.
Es ist eine Tatsache, dass zu hohe Dosen UV-Strahlung, insbesondere UV-C-Licht, Sonnenbrand und als Spätfolge Hautkrebs auslösen. Gleichzeitig fördern das UV-B- und UV-A-Licht den Vitamin-D-Aufbau, die Herzleistung, den Stoffwechsel und das Immunsystem. Es senkt die Cholesterinwerte und den Blutdruck, erhöht die Produktion von Geschlechtshormonen und wirkt sich sehr positiv bei Diabetes, Krebs, Klimakterium, Schlafstörungen, Asthma, Osteoporose und bestimmten Hautleiden aus, wie klinische Studien gezeigt haben. Es steuert weitere Lebensfunktionen wie Fruchtbarkeit, Sexualität, Stimmungslage, Blutdruck, Herz, Kreislauf, Zucker- und Wasserhaushalt. Frauen im Norden und Nordosten der USA haben ein rund doppelt so hohes Brustkrebsrisiko wie Frauen im sonnigen Süden. Auch das Erkrankungsrisiko an vielen anderen Krebsarten, wie z.B. Prostata-, Darm- und Eierstockkrebs, sinkt deutlich mit zunehmendem Sonnenlicht. Dieser Zusammenhang gilt durch zahlreiche epidemiologische Studien in aller Welt als bewiesen. Es wird vermutet, dass die durch den UV-Anteil des Sonnenlichts vermittelte Vitamin-D-Produktion damit in Verbindung steht.
Beim UV-Licht kommt es also wie so oft im Leben auf die richtige Dosis an. Wer sein Leben hinter UV-abschirmenden Windschutzscheiben, Brillengläsern und Bürofenstern verbringt, erhält viel zu wenig Sonnenlicht, und seine geistige und körperliche Gesundheit leidet darunter. Auch wenn die medizinische Forschung über die Folgen unnatürlicher Beleuchtung noch in den Anfängen steckt, werden eine Reihe von Krankheiten mit Kunstlicht in Zusammenhang gebracht: Verminderte Arbeits- und Konzentrationsfähigkeit, Kopfschmerzen und Augenbrennen, Anstieg von Stress und Reizbarkeit, Störungen im Biorhythmus und ganzjährige „Winterdepression“.
Herkömmliches Universalweiß-Röhrenlicht enthält nur sehr kleine, dafür aber stark überbetonte Ausschnitte des Farbspektrums im Bereich blau, grün und gelb. Das für das Immunsystem wichtige UV-Licht fehlt. Dadurch entsteht eine völlig unphysiologische, zerhackte Spektralkurve, die den Hormonhaushalt durcheinander bringt. So steigt der Spiegel des Antriebs- und Stresshormons Cortisol, während der Körper gleichzeitig das beruhigende Hormon Melatonin produziert, das normalerweise die Sonne erst mit ihrem Abendlicht stimuliert. Ein solches hormonelles Wechselbad kann gesundheitliche Folgen haben.
Das Farbspektrum der Glühbirne ist in den Gelb-Orange-Rotbereich verschoben. Es fehlen ihm daher der UV-Violett-Blau- und Grün-Bereich. Doch zumindest bildet sie eine relativ harmonische, wenn auch stark verschobene Spektral-Kurve. Das Glühbirnenlicht entspricht den Lichtfarben der Abendsonne und wirkt ermüdend.
Vollspektrumlicht - der moderne Sonnenersatz
Moderne Fertigungsmethoden ermöglichen die Herstellung von Vollspektrumleuchten, deren Farbspektrum zu 95% mit dem des natürlichen Sonnenlichts übereinstimmt. Somit gleicht Vollspektrumlicht in Innenräumen auf ideale Weise den Lichtmangel aus, der mit der dunklen Jahreszeit und unserer modernen Lebensweise verbunden ist. Für eine gute Wirkung ist besonders wichtig, dass das Vollspektrumlicht auch eine gesunde Dosis UV-Licht aufweist. Dies ist bei vielen Röhren leider immer noch nicht der Fall.
Durch die UV-Anteile werden auch die gesundheitlich wichtigen negativen Sauerstoffionen erzeugt. Herkömmliches Kunstlicht erzeugt eine Positiv-Ionisierung der Luft = Schwächung der Gesundheit und des Wohlbefindens; der Körper wird stressbelastet. Auch darum ist im Innenraum durch natürliches Vollspektrumlicht ein Ausgleich zu der verbrauchten Luft-Positiv-Ionisierung notwendig.
Beim Kauf von Vollspektrumleuchten ist vor allem auch darauf zu achten, dass die Geräte eine möglichst geringe elektromagnetische Emission aufweisen. Viele Lampen sind nicht geerdet oder abgeschirmt und strahlen große Mengen E-Smog ab. Eine Lampe sollte außerdem unbedingt über ein elektronisches Vorschaltgerät verfügen, da das unbewusst wahrgenommene 50Hz-Flimmern gewöhnlicher Leuchtstofflampen einen erheblichen Stressfaktor darstellt.