
Einstellungsmuster
Einstellungsmuster als lähmende Prägungen
Wie wir das Leben sehen und auf Herausforderungen reagieren, hängt in nicht unbeträchtlichem Umfang davon ab, welche Prägungen wir erhalten haben. Obwohl wir eigentlich frei sind, in jedem Augenblick eine neue Sichtweise zu entwickeln, fällt uns oft gerade dies besonders schwer.
Eigentlich ist es paradox: Unser Geist ist wandlungsfähig und schnell. Wir können mit der Aufmerksamkeit augenblicklich auf ein vollständig anderes Thema umschalten, können neue Ideen entwickeln, können uns mit kreativer Phantasie ein ganzes Universum vorstellen und ausmalen, wie es die Science-fiction-Autoren tun. Und trotzdem scheint gerade die Psyche besonders starr zu sein. Wir halten fest an unbewussten Überzeugungen wie:
Der Körper verändert sich um Laufe des Lebens. Auf atomarer Ebene werden ständig Atome ausgetauscht, so dass von der ursprünglichen Körpersubstanz nichts gleich bleibt. Aber bestimmte Grundeinstellungen und Sichtweisen bewahren wir, auch wenn noch so viele neue Erfahrungen dazu kommen. Wir vertreten selbstverständlich unsere Überzeugungen und sind verwundert, wenn andere Menschen sie nicht teilen. Diese psychische Kraft, auch gegen äußere Tatsachen bei einer Überzeugung zu bleiben, hat eine Licht- und eine Schattenseite:
Es ist sicher deutlich, dass der erste Versuch, mit dieser Problematik umzugehen, in die Erstarrung und damit in die Krankheit führt. Auch die zweite Möglichkeit, die zwar auf der äußeren Ebene wandlungsfähig ist, hat eine innere Stagnation zur Folge. Irgendwann brechen die Fragen und ungelösten Themen auf, was auch mit gesundheitlichen Erschütterungen verbunden sein kann.
Ein großes Hindernis für die Fähigkeit, in den Fluss des Lebens einzutauchen, ist das Gefühl der Verlorenheit und Angst. Erst wenn wir bereit sind, dieses Gefühl anzuschauen und dann loszulassen, können wir das Vertrauen haben, dass es trotz aller Veränderung und trotz aller Krisen und Bedrohungen einen Platz für uns gibt, an dem wir uns geborgen und wohl fühlen und spüren, dass wir die richtigen Aufgaben erfüllen.
Mehr Kontakt mit dem Fluss des Lebens
Regelmäßige Stunden der Muße sind hilfreich, sei es, dass wir allein spazieren gehen, uns in der Natur auf eine Bank setzen und den Sonnenuntergang betrachten oder uns einer künstlerischen Aktivität zuwenden. Auch sportliche Aktivität kann uns manchmal besser in Kontakt mit uns selbst bringen. Es ist sicher auch sinnvoll, eine Entspannungsmethode oder Meditation zu erlernen. Das regelmäßige Aufatmen, was uns die Entspannung bringt, sorgt dafür, dass sich der Stress nicht allzu sehr auftürmt.
Die mediale Umweltverschmutzung sollte reduziert werden. Täglich stürmen über Nachrichten und Filme unzählige Bilder auf uns ein, die oft von Brutalität, Grausamkeit und Gewalt geprägt sind. Auch wenn wir seelisch stabil sind und meinen, das mache uns nichts aus, sollten wir doch wissen, dass alles eine Wirkung hat. Unser Unterbewusstsein, das vegetative Nervensystem und damit der ganze Körper werden beeinflusst. Versuchen Sie, die Mitte zu finden, dass Sie einerseits ausreichend über aktuelle Entwicklungen informiert sind, sich andererseits aber nicht zu vielen negativen Bildern aussetzen. Das Ergebnis von negativen Eindrücken ist die Angststarre.
Biographien von Menschen, die wir persönlich schätzen und vielleicht sogar als Vorbild akzeptieren können, bereichern unseren Horizont; wir lernen, die Ausdrucksmöglichkeiten des Lebensflusses besser zu verstehen. Wir sehen, dass auch herausragende Menschen Aufs und Abs erlebt und bewältigt haben. Andere Kulturen und Lebensentwürfe, auch Reisen können dabei helfen, wenn wir nicht nur unsere eigenen Vorurteile bestätigen wollen. Fremde Kulturen zeigen uns, dass Menschen auch unter völlig anderen Lebensumständen glücklich und zufrieden leben können. Damit klammern wir uns weniger an die äußere Stabilität und beginnen, den Mut für die Verwirklichung unserer Träume zu entwickeln.
Unsere Lebensträume sind wichtige Fährten auf dem Weg zum Lebensfluss. Wir müssen ja nicht gleich alles Bisherige vollständig in Frage stellen, aber wir können beginnen, diesen inneren Wünschen wieder nachzuspüren. Gesundheit ist ein natürliches Ergebnis von Lebenssinn. Krankheit ist ein Versuch, uns diesen Sinn wieder zu eröffnen.