
Durchatmen
„Mir stockt der Atem“, sagen wir, wenn wir eine intensive erschreckende Erfahrung gemacht haben. Der Atem ist eine Brücke zwischen seelischem und körperlichem Erleben.
Seelische Erlebnisse drücken sich ebenso in der Atmung aus (Seufzen) wie die vegetative Aktivität, die Ent- oder Anspannung des Körpers (Aufatmen). Dauerstress, vegetative Ermüdung, mangelnde Bewegung oder die Betäubung des Atemzentrums durch Alkohol und Schlafmittel führen zu einer Zunahme der Säuren.
Der Atem ist eine Körperfunktion, die den größten Teil des Tages unbewusst abläuft. Wir können ihn uns aber jederzeit bewusst machen und sogar willentlich beeinflussen, indem wir schneller oder langsamer, flacher oder tiefer atmen. Weil wir in die Atemfunktion eingreifen können, haben sich vielfältige Atemtherapien entwickelt, die körperliche Leiden lindern, den Zugang zu und die Auflösung von seelischen Spannungen ermöglichen sollen. Damit baut die moderne Medizin auf alten Erkenntnissen über den Atem auf.
Die Beeinflussung des Atems über bestimmte Methoden sollte nur unter fachkundiger Anleitung geschehen. Uns geht es hier schwerpunktmäßig darum, dass Sie sich schrittweise mehr darüber bewusst werden, was mit ihrem Atem in verschiedenen Situationen geschieht. Durch Anspannung, Hektik und Stress verändert sich der Atem; häufig wird er flacher, auch kommt es zu Atempausen.
Nehmen Sie sich ab und zu 10 Minuten Zeit für eine kleine Übung: Setzen Sie sich dazu bequem auf einen Stuhl. Schließen Sie die Augen und beginnen Sie nach einer kurzen Zeit, den Atem anzuschauen. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen an einem schönen Fluss und betrachten, wie das Wasser an Ihnen vorbeifließt. Ebenso schauen Sie den Strom des Atems an, wie die Luft hineinströmt und wie sie wieder herausströmt. Nach ca. 10 Minuten beenden Sie die Übung, bleiben noch ein wenig mit geschlossenen Augen sitzen und öffnen Sie dann erst die Augen. Sie werden bei dieser Übung erleben, wie der Atem automatisch ruhiger wird und Sie eine Entspannung erfahren. Ganz abgesehen von diesem positiven Nebeneffekt geht es darum, den Bezug zum eigenen Atmen wieder aufzubauen und damit auch ein bewussteres Körperempfinden zu entwickeln.
Es ist nämlich ein Irrtum, wenn wir meinen, dass sich das Atmen nur im Brustkorb und allenfalls noch im Bauchraum abspielt. Nicht nur der Unterleib und der Kopf, sondern letztlich der ganze Körper ist am Atemprozess beteiligt. Die Spannungen und Blockaden des Atemstroms können wir nur lösen, wenn wir wie in der Übung oder im Chi-Training beschrieben ab und zu in die Tiefenentspannung gehen. Gleichzeitig können wir im Alltag mehr Aufmerksamkeit entwickeln, um die Anspannung des Atemflusses loszulassen.
Zwei sehr einfache natürliche Aktivitäten können wir dafür einsetzen:
• das Gähnen
• das Seufzen
Beide Handlungen geschehen in der Regel ganz spontan, um mehr Wohlbefinden und Gelöstheit zu erzielen. Wie anmutig ist es, wenn eine Katze gähnt! Probieren Sie es einfach vor dem offenen Fenster aus: Gähnen Sie oder, wenn Ihnen danach mehr zumute ist, seufzen Sie nach Herzenslust. Mit frischer Luft tanken Sie Sauerstoff und bestreiten damit den größten Teil des Energiehaushalts. Luft ist Lebensenergie. Eine natürlich tiefe Atmung sorgt für innere Ruhe, Gelassenheit und kraftvolles Handeln.
Wenn Sie über einen längeren Zeitraum regelmäßig Aufmerksamkeit auf Ihren Atemprozess richten, ohne ihn beeinflussen zu wollen, können Sie schrittweise zu Ihrem natürlichen Atem zurückfinden. Sie können erleben, was die Erfahrung „Es atmet mich“ bedeutet und dabei eine tiefe innere Klarheit und Wohlbefinden empfinden. Wer richtig atmet, ist in seinem Haus, dem Körper, zu Hause.
Sauerstoff unsere Hauptenergiequelle
Sauerstoff ist der wichtigste Energielieferant unseres Organismus. Sauerstoffmangelzustände sind im höheren und sehr hohen Lebensalter (arteriosklerotisch veränderte Gefäße) die Regel, treten aber auch schon in jüngeren Jahren, besonders bei anhaltend starkem Stress und bei bewegungsarmer Lebensweise, auf. Wer unter Sauerstoffarmut leidet, wird bei einer Sauerstofftherapie eine Erhöhung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, eine Abnahme von Migräneanfällen und Kopfschmerzen und eine Stärkung des körpereigenen Abwehrsystems erfahren. Die Sauerstofftherapie ist ein natürliches Verfahren zur Erhöhung der Sauerstoffkonzentration im Blut durch Einatmen eines Sauerstoff-Luftgemisches.
Insbesondere die Kombination mit Tiefenwärme und dem Chi-Training, das durch die Verbesserung der Mikrozirkulation den Sauerstoff zu den Geweben transportieren hilft, erzeugt enorme Verstärkungseffekte der Sauerstofftherapie. Die Wirkung wird um ca. 40% gesteigert.
Krebskranken sei die Sauerstoffmehrschritt-Therapie nach von Ardenne in Kombination mit Hyperthermie empfohlen. Die Bedeutung von Sauerstoffmangel bei der Entstehung von Krebs hat Warburg nachgewiesen. Regelmäßige Tiefenwärme-Schwitzkuren plus Sauerstofftherapie eignen sich ideal zur Vorbeugung von Krebs.