Verband für ganzheitliche Gesundheitsberatung e.V.



Bauern und Nomaden

Für einige Zeit dachte man, dass durch die moderne Wissenschaft die alten Konstitutionslehren, die auch unsere Medizin lange bestimmt haben, überflüssig geworden sind. Doch inzwischen erkennt man gerade in der präventiven Medizin den Nutzen typologischer Einteilungen. Hinsichtlich des Herzinfarktrisikos wird z.B. mit unterschiedlichen Risikoprofilen gearbeitet. Der Typ A ist tendenziell ehrgeizig, ungeduldig und sucht die Bestätigung seines Selbstbewusstseins außen. Der Typ B ist in sich ruhender; er weiß, was er kann und geht dementsprechend entspannter an seine Aufgaben heran.
Beim Stoffwechsel bietet sich auf der Grundlage neuerer Erkenntnisse eine Einteilung in zwei Grundtypen an:
Bauer kann Kohlenhydrate (aus Getreide) gut verwerten. Nach einer kohlenhydratbetonten Mahlzeit kommt es zu einer angemessenen Insulinausschüttung. Zu dieser Gruppe gehören ca. 75 % der Bevölkerung.
Nomade reagiert auf Kohlenhydratzufuhr mit einer starken Insulinausschüttung. Die Muskelzellen reagieren unzureichend auf das Insulin, was dazu führt, dass die Kohlenhydratenergie in Fett umgewandelt wird. Zu dieser Gruppe gehören ca. 25 % der Bevölkerung.
Der Bauer-Stoffwechseltyp sollte in seiner Ernährung die komplexen Kohlenhydrate betonen. Er wird von diesen nicht dick. Allerdings ist es für ihn besonders wichtig, auf das Fett zu achten. Wenn nämlich ausreichend Kohlenhydratenergie vorhanden ist, wird das aufgenommene Nahrungsfett direkt in die Depots transportiert.
Der Nomaden-Stoffwechseltyp nimmt durch viele Kohlenhydrate leicht zu, besonders wenn sie abends verzehrt werden. Für ihn ist es sehr ratsam, ausreichend Gemüse und Rohkost zu verzehren. Gerade ballaststoffreiche Lebensmittel sorgen dafür, dass die Blutzucker- und Insulinwerte nicht so schnell nach einer Mahlzeit ansteigen.

Die Blutgruppendiät nach Peter D’Adamo
Kennen Sie Ihre Blutgruppe? Dann haben Sie laut Peter D'Adamo, dem Erfinder der sogenannten Blutgruppendiät, den Schlüssel zum Schutz vor und zur Heilung von zahlreichen Krankheiten in der Hand. Die Blutgruppendiät soll unter anderem Übergewicht, Diabetes mellitus, Magengeschwüre heilen können und sogar den Gesundheitszustand von Krebs- und AIDS-Patienten verbessern.
Es sei unbestritten, dass an der Blutgruppen-Diät etwas Wahres dran ist. Die Blutgruppe ist nur einer von vielen Faktoren, die die Konstitution eines Menschen ausmachen. D’Adamos als wissenschaftlich dargestellte Theorie wird von namhaften Ernährungswissenschaftlern, als unhaltbar bezeichnet. Ebenso sind D’Adamos Schlussfolgerungen fraglich. So soll z. B. die Blutgruppe O Eiweiß besonders gut verstoffwechseln können und viel tierisches Eiweiß benötigen. Daher empfiehlt ihnen Adamo, viel Fleisch zu essen. Doch: Auch wer Fleisch gut verstoffwechseln kann, wird dadurch übersäuert und nimmt reichlich Cholesterin, gesättigtes Fett und alle Schadstoffe auf, die heute im Fleisch von Schlachttieren zu finden sind.
Bei der Ernährung gilt, wie bei allem im Leben: Vermeiden Sie Extreme wie reine Rohkost, vegane Ernährung, Eiweißmast, Blutgruppen-Diät, usw.